Sommershorts für Männer – eine gelungene Abwechslung zum Nähalltag

Mein Freund ist der Meinung, dass ich mehr für ihn nähen sollte. Kleider habe ich angeblich genug (nicht, dass wir uns da einig wären…).

Da ich sonst (abgesehen von T-Shirts und Krawatten) nicht wirklich was für ihn nähe, begab ich mich also auf Recherche zum Projekt ‚Männerbekleidung‘. Da kamen mir die Burda Herrenshorts  sehr gelegen. Es ist sehr heiß hier in Berlin, Shorts habe ich noch nie genäht und kann man(n) immer gebrauchen.

Am Samstag waren wir also auf dem Stoffmarkt am Maybachufer und kauften einen wunderbaren Leinenstoff (mit Jeansoptik) für gerade mal 6 Euronen. Nun gab es kein zurück mehr!

Das Schnittmuster ausdrucken und zusammenkleben ging ganz einfach. Ich war hocherfreut, wie wenig Papier ich zusammenbasteln musste. Bei Kleidern sind das ja gut und gerne mal an die 60 Seiten. Burda empfielt die Seiten mit einem Klebestift zusammenzukleben, ich benutze meist Klebeband, weil ich finde, dass das schneller geht. 

Leider empfinde ich Burda Nähanleitung meist als ziemlich verkryptet. Selbst die einfachste Naht wird manchmal so kompliziert beschrieben, dass man daran fast verzweifelt. Nun kam es also auch diesmal so, dass ich mir nicht im Klaren war, ob der Schnitt die Nahtzugabe enthält oder nicht. Nach gefühlt stundenlangem Suchen im Internet, half mir schließlich meine Schwester auf die Sprünge: Die Nahtzugabe ist NICHT enthalten, es sei denn es steht explizit da. Wieder was gelernt.

Normalerweise zeichne ich die Nahtzugabe direkt auf den Stoff aber diesmal entschied ich mich, sie direkt am Schnitt hinzuzufügen, in der Hoffnung, dass die Genauigkeit nicht darunter leidet (mit Kreide ist das ja meist eher ungenau). Mein Freund hat laut Maßtabelle Größe 48, mag seine Hosen aber lieber weiter und luftig und wünschte sich demnach Größe 50. Da die Hosenbeine recht kurz sind, verlängerte ich auch diese um ein paar Centimeter (die Länge legte ich mit Hilfe einer anderen Hose fest).

Downloadschnitt mit eingezeichneter Nahtzugabe und Beinverlängerung

Fazit: Zwar ist diese Methode etwas umständlich, zahlt sich aber denke ich auf lange Sicht aus, da ich die Nahtzugabe nicht immer wieder neu auf dem Stoff anzeichnen muss, wenn ich die Hose noch einmal nähe.

Wie macht ihr das denn am liebsten?

Die restlichen Schnitteile musste man sich selbst aufzeichnen, was aber kein Problem war, da es sich nur um Bundteile und Paspeltaschenteile handelte und diese rechteckig – und somit einfach aufzuzeichnen waren. 

So sah das Ganze dann auf dem Stoff aus.

Schnittteile auf Stoff

Nun ging es also ans Nähen. Ich hatte wie gesagt so meine Probleme mit der Nähanleitung, doch Dank Youtube und Co kam ich trotzdem vorran. Ein besonders schönes Detail am Schnitt ist wie ic finde die einseitige hintere Paspeltasche und die farblich abgesteppten Nähte.

Hosentaschen - links

Hosentaschen und Steppnähte

Der Reißverschluss lies sich einfach vernähen und war besonders interessant für mich, da ich noch nie einen Hosenreißverschluss eingenäht hatte. Ich finde, er ist super gelungen!

Reißverschluss - Innenansicht

Reißverschluss - außen

Am Bund musste ich eine kleine Änderung vornehmen und die Nahtzugabe der Verbindungsnaht der beiden Bundteile auf ca 5mm verkleinern, da sonst keine Nahtzugabe am äußeren linken Bundteil übrig gewesen wäre. Ich bin mir nicht sicher ob mir da ein Fehler unterlaufen ist oder ob der Fehler in der Anleitung liegt.

Auch den Druckknopf und Klettverschluss habe ich ausgelassen und stattdessen einen Knopf angebracht:

Reißverschluss und Knopf

Hier also das (fast) fertige Produkt:

Hose - Vorderansicht 1

Hose - Hinteransicht 2

Hose - Vorderansicht 2

Hose - Hinteransicht 2

Mit der fertigen Hose bin ich sehr zufrieden – abgesehen davon, dass sie leider zu groß ist. Das hat aber nichts mit dem Schnittmuster zu tun, sondern mit dem Wunsch meines Freundes. Die Hose kann er nur mit einem Gürtel tragen also muss ich noch Gürtelschlaufen anbringen. Das nächste mal werde ich mich durchsetzen und es gleich in der richtigen Größe nähen! 

Mein Fazit: Ein schöner Schnitt, eine unnötig komplizierte Nähanleitung, die zu verstehen es sich aber lohnt! In der richtigen Größe ist die Hose eine tolle Sommerhose die sehr abwechslungsreich gestaltet werden kann (z.B. in verschiedenen Stoffen, Farben und Längen). Daumen hoch von mir!

Habt ihr auch schon Erfahrung mit diesem Schnittmuster gemacht? 

Happy sewing und bis bald!

Eure,

SewReal 

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